Update StarShip-Entwicklung #2: Noch warten wir auf den ersten Orbitalflug, aber es könnte wieder schneller gehen!

Noch einige Monate in der Zukunft – zugegeben. Mit dem 2. OLINT-Startturm in Bereitschaft im Hintergrund und noch vor den Risiko-losen Test-Wasserungen im Ozean bei den ersten Orbital-Tests zur Präzisierung der Lande-Daten. Warten wir also ab – wie SpaceX! Booster 8 und 9 sowie StarShip 25 und 26 stehen vor der Fertigstellung, oder ihr Aufbau hat bereits begonnen.
Die drei grossen Konstruktionszelte in Boca Chica sollen in absehbarer Zeit durch eine einzige, noch viel grössere, Halle mit Flachdach ersetzt werden. Erste Teile der Stahlkonstruktion stehen auch schon in Texas. Beim Aufbau von StarBase 2 in Florida hat man festgestellt, dass dies einige Vorteile hat, abgesehen von der grundsätzlich gleichen Bauweise auf den beiden StarBases in Texas bzw. Florida. Neuestes Bild.
Ende April 2022 liefen die Tests bei Booster 7 mit dem Schubsimulator (“Can Crusher”, Büchsenquetscher) an. Man will sicher sein, dass die grösste je gebaute Raketenstufe dem Druck von 7600 Tonnen Schub standhalten wird, wenn bei der immer noch bevorstehenden Zündung aller 33 Raptor-2-Triebwerke à je 230 Tonnen die beim Start eines StarShips auftretenden Belastungen auftreten.
Um den 20. April schob sich bei einem Vakuum-Test noch ein unerwarteter Implosions-Unfall ein. Der 30-m-Downcomer, die Methan-Zuleitung durch den B7-Sauerstofftank schrumpfte bei diesem Totalschaden auf einen Bruchteil seiner Grösse zusammen. Der erneute Wechsel von Booster 7 auf 8 schien praktisch sicher, aber dann gelang die Reparatur von B7 in der High Bay doch rascher als erwartet und der Booster wurde wieder auf den Starttisch disloziert, wo am 11. Mai ein ganz grosser Cryo-Test mit flüssigem Methan und Sauerstoff gelang. Schon am 13.5. erfolgte der Transport des gründlich getesteten B7 auf eine kleinere Plattform daneben, um zur Magabay zu fahren. Dort sollen die noch fehlenden Raptor-2-Triebwerke installiert werden.
Eine neue Idee von Elon Musk soll aber noch der erwarteten Probezündung evaluiert werden. Falls es gelingt, die vorderen Flossen des StarShips zu verkleinern und zugleich ein Stück auf die Leeseite zu verschieben, dann erhofft man sich davon eine weitere Vereinfachung der Architektur, verbunden mit einer Gewichtseinsparung. Dies vor allem, wenn der Header-Tank an der Spitze dank dieser Gleichgewichtsverschiebung erneut nach hinten wechseln kann! Zeit für solche langfristig vorteilhafte Änderungen in einer späten Phase hat man “dank” den Verzögerungen durch das Luftamt nämlich genug…

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