{"id":850,"date":"2011-04-14T13:51:02","date_gmt":"2011-04-14T12:51:02","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=850"},"modified":"2011-06-07T12:17:01","modified_gmt":"2011-06-07T11:17:01","slug":"bote-forum-april-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2011\/04\/bote-forum-april-2011\/","title":{"rendered":"Bote-Forum Juni 2011"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bedenkenswertes von Japan bis Libyen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Goldau w\u00e4re nicht das Eisenbahnerdorf geworden, wenn man in der Schweiz nach dem 14. Juni 1891 alle weiteren Ausbauten unseres Schienentransportwesens eingestellt h\u00e4tte. Damals fuhr ein Personenzug \u00fcber die noch von Gustav Eiffel gebaute Birs-Br\u00fccke bei M\u00fcnchenstein, welche einst\u00fcrzte und 78 Menschen in den Tod riss. 171 Reisende wurden bei diesem bis heute gr\u00f6ssten Eisenbahnungl\u00fcck in der Schweiz verletzt. Damals erlitt jedes Land eine \u00e4hnliche Katastrophe und nebenher wurden w\u00f6chentlich Dutzende wegen der lebensgef\u00e4hrlichen Dampf-Technologie verbr\u00fcht oder get\u00f6tet, weil auch bei station\u00e4ren Anwendungen immer wieder Kessel explodierten.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich ereilte es in Nordostdeutschland einige Dutzend Automobilisten, die \u00abihre Geschwindigkeit nicht den \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnissen angepasst\u00bb hatten. Wegen Trockenheit, Staub und Windb\u00f6en bis 90 km\/h war bei Rostock die Sicht pl\u00f6tzlich auf unter 10 m gesunken. Massenkarambolage wie im Winter! Acht Tote, 131 Verletzte, total \u00fcberforderte Krankenh\u00e4user, w\u00e4hrend zwei Tagen geschlossene Autobahn, welche wegen aufgebrochener Betonfahrbahn durch brennende Fahrzeuge total erneuert werden muss. Diskussionen, ob man auf diesem Teilst\u00fcck die bisher unbeschr\u00e4nkte H\u00f6chstgeschwindigkeit limitieren soll. Theoretisch darf man in Deutschland mit 200 oder 300 km\/h fahren, \u00abwenn es die \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnisse erlauben\u00bb.<\/p>\n<p>In der Schweiz starben allein seit dem Erdbeben und Tsunami in Japan am 11. M\u00e4rz 2011 mehr als acht unvorsichtige Skifahrer bei Lawinenniederg\u00e4ngen. Und dies, ohne dass hinterher alle Skis im Lande eingezogen und als Sonderm\u00fcll zwangsentsorgt werden. Diese acht im Vergleich zu weit \u00fcber 20&#8217;000 unschuldigen Japanern, denen die historisch schlechten Manieren von Mutter Natur einmal mehr zum Schicksal geworden waren. Inklusive den beiden Arbeitern, die im Keller des Kernkraftwerkes Fukushima gleich nach dem Tsunami ertrunken sind.<\/p>\n<p>Seit Wochen sprechen die Medien aber fast nur noch von den \u00abOpfern im gr\u00f6ssten anzunehmenden Unfall\u00bb (GAU) eines KKW. Was war passiert? Die haushohe Flutwelle, die ganze Stadtteile weggeschwemmt hatte, scheiterte zwar zun\u00e4chst an einer Zerst\u00f6rung des Kraftwerkes, aber der Stromausfall in halb Japan \u00fcberforderte die Notk\u00fchlung der Brennst\u00e4be im nuklearen Teil, so dass rasch Alternativen gefunden werden mussten. Weil die beiden vom Beginn der 1970er-Jahre stammenden KKW wegen Meerwasserk\u00fchlung an der K\u00fcste gebaut wurden, waren sie nur vor Tsunamis der Gr\u00f6sse gesch\u00fctzt worden, die man aus der Geschichte kannte. Dies galt auch f\u00fcr eine Nachbarstadt, wo man eine 9 m hohe Strandmauer gebaut hatte, welche diesmal aber den 12 m hohen Wellen nicht gen\u00fcgte.<\/p>\n<p>Wer die \u00fcbertrieben einseitige Berichterstattung \u00fcber die tragischen Ereignisse mitverfolgte, dem stach vor allem penetrante Panikmache in die Augen. Medienleute, die sonst t\u00e4glich den schriftlichen Beweis liefern, dass sie Kilowatt nicht von Kilowattstunden unterscheiden k\u00f6nnen, die selten einen Unterschied machen zwischen Milli- und Mikroeinheiten bei Strahlenwerten, die nicht wissen, dass Isotope mit Hunderttausenden von Jahren nat\u00fcrlicher Halbwertszeit nur schwach strahlen, w\u00e4hrend die stark strahlenden Formen gewisser Elemente aus kurzfristigen Kernreaktionen schon binnen Tagen oder Wochen zerfallen &#8211; sie laufen Amok.<\/p>\n<p>Mit der Empfehlung von Perpetuum Mobiles wie \u00abSpeicherkraftwerken zur Stromerzeugung\u00bb ziehen sie die Augenbrauen jedes technisch Gebildeten hoch. Sie vermischen ihr Unwissen zu einem Brei, der nur auf eines ausgerichtet ist: Panik beim B\u00fcrger auszul\u00f6sen, weil nur damit sinnlose Massnahmen akzeptiert werden und bei der n\u00e4chsten Sachvorlage zu Energiefragen entgegen den eigentlichen Interessen abgestimmt wird. Dies in einem Umfeld, wo in der Schweiz Tausende und in Deutschland Zehntausende von Ingenieuren und technischen Berufsleuten fehlen, welche die Zivilisation dringend br\u00e4uchte und welche Leser und Zuschauer weit zuverl\u00e4ssiger informieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Es wird zwar zugegeben, dass \u00abTschernobyl\u00bb in der damaligen Sowjetunion ein viel gravierender St\u00f6rfall war als Fukushima. Wenn auch immer noch harmloser als die unz\u00e4hligen Verstrahlungen ganzer Landstriche, welche im Sibirien der 1950er-Jahre zur Pionierzeit der von Russland noch recht unvorsichtig vorangetriebenen Nukleartechnologie passiert waren. Die Medien sind derzeit die einzigen Kriegsgewinnler im Desinformations-Kampf gegen eine vern\u00fcnftige Energiepolitik. Schliesslich werden Alle, Volk und Industrie, die Zeche daf\u00fcr bezahlen. Heute w\u00fcrden in den ersten 24 Stunden nach dem Ausfall der Schweizer KKWs allein in Spit\u00e4lern und bei Verkehrsampeln mehr Menschen sterben als die 31 damals in Tschernobyl bei den Aufr\u00e4umarbeiten. Nicht zu sprechen von den t\u00e4glich 100 Toten bei Verkehrsunf\u00e4llen allein auf europ\u00e4ischen Strassen!<\/p>\n<p>Ein R\u00e4tsel bleibt nur, weshalb ausgerechnet die in vielerlei T\u00f6nen schillernden Gr\u00fcnen am ungeduldigsten in den Abgrund dr\u00e4ngen, indem sie auf den Mangelwirtschafts-GAU fr\u00fcherer Jahrhunderte hinarbeiten. Und jene \u00abalternativen\u00bb Windkraftwerke und Solaranlagen verhindern, welche sie eben noch als \u00abAlternative\u00bb gefordert haben. Als ob sie schon w\u00fcssten, dass jene bald sehr viel mehr Schrott liefern werden. Noch schwieriger zu erkl\u00e4ren ist die Unlogik, dass Gaskraftwerke trotz Frontalkollision mit der \u00abCO2-Problematik\u00bb salonf\u00e4hig gemacht werden. \u00abAlternativ\u00bb laufen wir garantiert in echten Strommangel hinein. So, wie einige Euro-L\u00e4nder (z.B. D\u00e4nemark), in denen die Lichter nur dank franz\u00f6sischem Atomstrom noch nicht ausgegangen sind.<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00fcrden noch weitere Grotesken Aufmerksamkeit verdienen. Der tschechische Schriftsteller und Politiker Vaclav Havel hat es k\u00fcrzlich als scheinheilig bezeichnet, wie wir Europ\u00e4er den Diktator Ghadaffi erst jetzt als das bezeichnen, was er schon immer war. Wie Saddam Hussein wurde er verharmlost, obwohl man doch nach Hitler gelobt h\u00e4tte, gef\u00e4hrliche Diktatoren d\u00fcrfte man nie mehr gew\u00e4hren lassen!<\/p>\n<p>Die Geschichte wiederholt sich st\u00e4ndig. Als der damalige US-Pr\u00e4sident Ronald Reagan den gleichen Ghaddaffi schon 1986 nach dem Terroranschlag auf eine Berliner Disco gezielt aus dem Verkehr ziehen wollte, da wurde jener vom italienischen Geheimdienst gewarnt und konnte rechtzeitig aus dem bombardierten Palast in Tripolis fliehen. Dies war noch vor seinem Bombenanschlag auf ein voll besetztes Grossraumflugzeug \u00fcber Lockerbie.<\/p>\n<p>2011 wurde Libyens Luftabwehr erneut \u00fcber Nacht\u00a0 mit Marschflugk\u00f6rpern der US-Mittelmeerflotte ausser Betrieb gesetzt. Nachdem diese schwierigste Phase ohne zivile Opfer vor\u00fcber war, \u00fcberliessen die USA die Unterst\u00fctzung der libyschen Opposition den n\u00e4her gelegenen L\u00e4ndern, um nicht selber als Kriegstreiber dazustehen. Seither hat sich Ghaddaffi wieder erholt. Er treibt noch heute sein Unwesen, und Tausende sind wegen ihm gestorben. Einzig zielgenaue US-Drohnen behindern seine Schergen neuerdings wieder beim Morden.<\/p>\n<p>Haben Sie den Eindruck, von unsere Medien auch dar\u00fcber fair, in unserem Interesse und umfassend informiert zu werden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedenkenswertes von Japan bis Libyen Goldau w\u00e4re nicht das Eisenbahnerdorf geworden, wenn man in der Schweiz nach dem 14. Juni 1891 alle weiteren Ausbauten unseres Schienentransportwesens eingestellt h\u00e4tte. 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