{"id":530,"date":"2010-03-01T18:27:04","date_gmt":"2010-03-01T17:27:04","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=530"},"modified":"2010-12-02T18:39:50","modified_gmt":"2010-12-02T17:39:50","slug":"bote-der-urschweiz-forum-fruhjahr-2010","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2010\/03\/bote-der-urschweiz-forum-fruhjahr-2010\/","title":{"rendered":"Bote der Urschweiz &#8211; Forum Fr\u00fchjahr 2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der ganze Wahnsinn<\/strong><\/p>\n<p>Man mag es dem Finanzminister g\u00f6nnen, wenn er einmal schwarze Zahlen verbuchen kann. Erfolgsmeldungen sind heute zwar, wie alles, konstruierbar. Obwohl uns das Ausland die Lizenz zur Finanzpiraterie nach einem mehr als guten Jahrhundert aufgek\u00fcndet hat, das Steueraufkommen um Milliarden geschrumpft ist und \u00abdem Staat\u00bb immer neue Sozialleistungen aufgeb\u00fcrdet werden \u2013 so einfach ein unerwartetes Plus von 2.7 Milliarden vorzuweisen, ist doch wirklich eine Kunst! Man \u00abinvestiert\u00bb 7 Milliarden in die St\u00fctzung maroder Hypotheken per Wandelanleihe, \u00abverkauft\u00bb sie dann wieder und schon verbucht man den gleichen Betrag im Budget positiv!<\/p>\n<p>Uns wundert l\u00e4ngst nichts mehr. Wir wissen dieser Tage nat\u00fcrlich wieder viel besser als die reichen Nachbarn der armen franz\u00f6sischen Altlast Haiti, wie man binnen Stunden und Tagen den Hunderttausend Opfern, Verwundeten und Versch\u00fctteten einer in der Schweiz unvorstellbaren Erdbebenkatastrophe hilft. Da kommt von der anderen Seite der Insel ein Flugzeugtr\u00e4ger mit einem Geschwader von Helikoptern, Begleitschiffen und medizinischem Personal sowie Luftwaffenspezialisten, die nicht zum ersten Mal innert k\u00fcrzester Zeit einen kaputten und chaotischen Flughafen wieder zum laufen bringen. Ausser dem Vorwurf von \u00ab\u00fcberst\u00fcrzter Hilfe\u00bb haben wir auf der anderen Seite des Atlantiks so lange nichts beizutragen, bis auch bei uns die Hilfe angelaufen ist. Komisch nur, dass der L\u00f6wenanteil an personeller Hilfe wieder einmal von den st\u00e4ndig gegeisselten vier Prozent der Weltbev\u00f6lkerung gespendet wird und der Rest von den \u00fcbrigen 96 Prozent. Die reichen \u00d6lstaaten darf man ja nicht z\u00e4hlen &#8211; deren religi\u00f6ses Selbstverst\u00e4ndnis ist bekanntlich sehr empfindlich.<\/p>\n<p>Die Medien sorgen auch hier daf\u00fcr, dass die Missverh\u00e4ltnisse nicht allzu deutlich werden. Wer drei Helikopter schickt, hat doch gleiches Anrecht wie einer mit 100, in den TV-Nachrichten zu Ehren zu kommen, und man muss ja nicht immer Getreides\u00e4cke mit den phantasielosen gleichen drei Buchstaben zeigen. Man berichtet doch besser noch tagelang von der ausgerechnet religi\u00f6sen Organisation, welche illegal unter Umgehung der Frist zur Gew\u00e4hrung von Ausreisevisa, Waisenkinder ausser Landes schaffen wollte. Vielleicht wirklich auf krummen Wegen, aber dann soll man die Art der Organisation klar nennen und nicht nur deren Herkunftsnation USA.<\/p>\n<p>Bei uns hatte man schliesslich andere Sorgen. Wie verteilt man viel zu teuer und in zu grosser Zahl eingekaufte Impfdosen f\u00fcr eine Pandemie, die es gem\u00e4ss Fachleuten und bald auch gem\u00e4ss jedem Beobachter gar nie gab? Oder denken Sie an den Vorfall mit dem vereitelten Terroranschlag bei der Landung eines Flugzeuges in Detroit! Jetzt soll man doch \u00abunerw\u00fcnschte\u00bb Body-Scanner auch auf europ\u00e4ischen Flugh\u00e4fen einf\u00fchren! Moment: Wie war das genau im R\u00fcckblick?<\/p>\n<p>Zum wiederholten Mal liessen europ\u00e4ische Nationen an ihren Flugh\u00e4fen Terroristen einchecken oder durchchecken bis in die USA. Diesmal ein nigerianischer Student, im Jemen ausgebildet, seinem Vater bereits als missraten aufgefallen, den Beh\u00f6rden gemeldet und daher in den USA bereits registriert und schon nach dem Abflug in Lagos aktenkundig. Eigentlich h\u00e4tte er bereits in Amsterdam ins Netz gehen m\u00fcssen, aber die kleine Menge hochexplosiven Sprengstoffes am Bein wurde dort leider \u00ab\u00fcbersehen\u00bb. Ausbaden mussten das \u00abMissgeschick\u00bb ein paar geistesgegenw\u00e4rtige Passagiere, welche den Mann im letzten Moment \u00abmit grober Gewalt\u00bb daran hinderten, die Ladung zu z\u00fcnden.<\/p>\n<p>In der Presse t\u00f6nte es freilich ganz anders: die USA h\u00e4tten im Kampf gegen den Terrorismus \u00abkl\u00e4glich versagt\u00bb. Kaum hatte man dort aber rasch und effizient neue Massnahmen ergriffen, von der Forderung nach Body-Scannern auch an ausl\u00e4ndischen Verbindungsflugh\u00e4fen bis zum Verbot gewisser Gegenst\u00e4nde oder Prozeduren an Bord, dann machte sich dieses Europa schon wieder lustig \u00fcber den Verfolgungswahn der Amerikaner, die am liebsten \u00fcberall eigenes Check-In-Personal an den Gates ihrer Airlines h\u00e4tten! Dann endlich schafft man auch bei uns mit Versp\u00e4tung selber Body-Scanner an.<\/p>\n<p>Technisch Unkundige bilden zwar weltweit eine erdr\u00fcckende Mehrheit, aber diese kommt gelegentlich an eigene Grenzen. Schon immer seit Beginn des Raumfahrtzeitalters war dies auff\u00e4llig, wenn mit \u00abirdischen\u00bb Reportern versucht wurde, \u00fcber Ausserirdisches zu berichten. Kaum anders bei schwierigen irdischen Themen. Man kann zwar den Ausstieg aus der Kernenergie triumphal beschliessen, die Abschaltung der Kraftwerke dann aber wegen augenblicklicher Stunde der Wahrheit nicht durchf\u00fchren. Auch war es in der Region Basel ein Leichtes, Vorschusslorbeeren an die Geothermie zu verteilen und ausl\u00e4ndische Politiker sowie ein Minimum an warnenden Experten einzuladen. Schwieriger war es dann, schadensreiche lokale Erdbeben schon w\u00e4hrend der Bohr- und Testphase zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Albert Einstein sagte einmal, ihn w\u00fcrden weniger die wissenschaftlichen Erkenntnisse selber wundern als vielmehr die abenteuerlichen Umwege, auf denen sie der Mensch entdecken w\u00fcrde. Er ist zwei Jahre vor dem Beginn des Weltraumzeitalters gestorben, also musste ihm noch verborgen bleiben, welch wundersch\u00f6nes Beispiel die Erforschung des Alls f\u00fcr seine These dereinst bieten w\u00fcrde. Hier das J\u00fcngste: Seit 2004 arbeitete man bei der NASA an der Wiederaufnahme von Mondfl\u00fcgen nach 50 Jahren, dank dem Fortschritt und der grossen Erfahrung im Rahmen des seit Jahren ziemlich konstanten Budgets. Gleichzeitig w\u00e4re damit ein robustes Transportmittel f\u00fcr Fl\u00fcge zur Raumstation nach der Ausserbetriebnahme der 30j\u00e4hrigen Space Shuttles entstanden.<\/p>\n<p>Das NASA-Budget 2010 wuchs zwar um rund 10 Prozent, aber der neue Pr\u00e4sident liess sich von Lobbyisten dazu verf\u00fchren, das Mondprogramm \u00abaus Kostengr\u00fcnden\u00bb zu streichen, sechs Jahre Arbeit und Tausende Arbeitspl\u00e4tze zu vernichten und die Mittel stattdessen auf mehrere private Entwickler zu verteilen. Diese hatten bisher im Raketengesch\u00e4ft vor allem teure Flops produziert oder verf\u00fcgten \u00fcber gar keine Erfahrung. Der von Obama eingesetzte, ebenfalls schwarze, NASA-Chef wurde in der Folge von seinen leitenden Ingenieuren mit den Fakten des f\u00fcr das Land katastrophalen Entscheides konfrontiert. In einer von viel Kopfsch\u00fctteln begleiteten Pressekonferenz musste er einr\u00e4umen, nicht auf die Fachleute geh\u00f6rt und einen grossen Fehler mitgemacht zu haben. Bis im Herbst wird nun der US-Kongress versuchen, einen Budgetposten nach dem anderen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Weder Albert Einstein noch Wernher von Braun w\u00fcrden sich wundern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ganze Wahnsinn Man mag es dem Finanzminister g\u00f6nnen, wenn er einmal schwarze Zahlen verbuchen kann. Erfolgsmeldungen sind heute zwar, wie alles, konstruierbar. 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