{"id":522,"date":"2004-03-12T18:05:05","date_gmt":"2004-03-12T17:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=522"},"modified":"2010-12-02T18:07:30","modified_gmt":"2010-12-02T17:07:30","slug":"bote-der-urschweiz-forum-fruhjahr-2004","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2004\/03\/bote-der-urschweiz-forum-fruhjahr-2004\/","title":{"rendered":"Bote der Urschweiz &#8211; Forum Fr\u00fchjahr 2004"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit Sicherheit ist weder zu spassen noch zu politisieren<\/strong><\/p>\n<p>Nicht viele Jahrzehnte ist es her, dass sich die Menschen vor einem Atomkrieg f\u00fcrchteten, weil es nur den Druck auf den falschen Knopf brauche, wie es hiess. Vieles hat sich seither ge\u00e4ndert. Die Sowjetunion, die damals ungeniert das gr\u00f6sste Arsenal an Atomwaffen aufbauen konnte, ist zerfallen. Eine ganze Reihe ihrer Fachleute ist inzwischen in die USA ausgewandert und lieferte wichtige Hinweise auf die Gefahr, dass Massenvernichtungswaffen tats\u00e4chlich in die falschen H\u00e4nde gelangen k\u00f6nnten. Dies z.B. in ihren traditionell &#8222;instabilen&#8220; Kaukasusrepubliken, aber auch &#8222;Gottesstaaten&#8220;, wo Prognosenvollstrecker immer bereit sind, ihren Endzeitphantasien mit Gewalt zum Durchbruch zu verhelfen. Europ\u00e4ische Staaten und Medien taten allzu lange weniger als gar nichts gegen diese Art von Dekandenz, indem sie Iran, Irak, Libyen, Pakistan oder Nordkorea weiterhin mit Hochtechnologie u.a. zum Bau von Atomwaffen belieferten, als h\u00e4tten sie gar nichts gemerkt.<\/p>\n<p>Im Jahre 1981 schrieb der Weltraum-Avantgardist Gerard K. O&#8217;Neill das Buch &#8222;2081&#8220;. Ausser vielen erfreulichen Prognosen nannte er eine eher makabre, unten auf der Erde und v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der Erweiterung unseres Lebensraumes ins All. &#8222;Nukes&#8220; w\u00fcrden dannzumal leider in unordentlichen L\u00e4ndern platzen, w\u00e4hrend die Eind\u00e4mmung dieser Gefahr auch in den Industriel\u00e4ndern zu einer einschneidenden \u00dcberwachung und Kontrolle des B\u00fcrgers gef\u00fchrt haben werde. Begonnen h\u00e4tte diese Entwicklung nach der bitteren Erfahrung, dass fr\u00fcher oder sp\u00e4ter einmal ein &#8222;Weltverbesserer&#8220; eine Atomwaffe zu terroristischen Zwecken missbraucht und die Zivilisation zwar nicht beendet, aber in eine merklich andere Richtung gelenkt habe.<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: das Buch wurde 1981 geschrieben, also 20 Jahre vor dem 9.11.2001. Hoffen wir, der Autor bekomme mit seiner Prognose nicht so Recht wie mit seinen vollautomatischen Fabriken, der Gentechnologie oder der Voraussicht, dass eher die Dulder-L\u00e4nder des Terrorismus selber unter diesem w\u00fcrden leiden m\u00fcssen. Eigentlich ist es ja nicht neu, dass eine Revolution langfristig ihre eigenen Kinder frisst. Eigenartig ist eher, dass ausgerechnet Europa, das im 20. Jahrhundert teuer f\u00fcr die Verharmlosung von vorhersehbaren negativen Entwicklungen bezahlt hat, und L\u00e4nder, welche derzeit am meisten unter solchen leiden, die Gefahren partout nicht sehen wollen. Daher w\u00e4re es hier besonders angezeigt, alles daran zu setzen, die fast unvorstellbare Eskalationsstufe auf &#8222;Nukes&#8220; f\u00fcr immer zu verhindern. Hinterher ist es zu sp\u00e4t, auch wenn sich dann alle Verharmloser nach der Zeit zuvor sehnen werden und fragen, weshalb denn niemand rechtzeitig etwas dagegen getan habe.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat man, aber ein Europa, das l\u00e4ngst nur noch der Nabel, aber nicht mehr der Kopf der Welt ist, hat die Warner (selbst in den eigenen Reihen) bei jeder Gelegenheit sabotiert. Politik, Medien und sogar &#8222;Kultur&#8220; verschwenden derzeit scheinbar alle Energie darauf, keinen guten Faden an jenem Land zu lassen, in das seit einigen hundert Jahren ihre weitsichtigsten B\u00fcrger ausgewandert sind. Diese k\u00f6nnen sich am ehesten vorstellen, wo die Kr\u00e4fte hinf\u00fchren, welche sie oder ihre Vorfahren zum Exodus bewegt haben. Hoffen wir, dass nur ein paar kleine, noch verkraftbare, Unf\u00e4lle die grosse Katastrophe verhindern k\u00f6nnen. Erst aus Fehlern wird man bekanntlich klug. Kleinere Sch\u00fcsse vor den Bug haben einige L\u00e4nder immerhin schon nachdenklich gemacht.<\/p>\n<p>Die Schweiz ist noch nicht darunter. Unsere wandelnden Zeitbomben bewegen sich noch unterhalb der nuklearen Schwelle. Wenn wir die recht verwandten Fehler beim Strafvollzug nicht im Grossen wiederholen, dann haben wir vielleicht Gl\u00fcck. Auch in der Justiz musste die institutionalisierte Naivit\u00e4t erst unendliches Leid \u00fcber Unschuldige bringen, bevor den Leuten die Augen aufgingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Sicherheit ist weder zu spassen noch zu politisieren Nicht viele Jahrzehnte ist es her, dass sich die Menschen vor einem Atomkrieg f\u00fcrchteten, weil es nur den Druck auf den falschen Knopf brauche, wie es hiess. 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