{"id":504,"date":"2008-02-01T16:51:42","date_gmt":"2008-02-01T15:51:42","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=504"},"modified":"2010-12-02T16:53:00","modified_gmt":"2010-12-02T15:53:00","slug":"bote-der-urschweiz-forum-winter-2008","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2008\/02\/bote-der-urschweiz-forum-winter-2008\/","title":{"rendered":"Bote der Urschweiz &#8211; Forum Winter 2008"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00abVerschieden lange Ellen\u00bb<br \/>\nim Bote der Urschweiz Winter 2008<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es um Energiesparen oder Energieknappheit geht, dann wird bei uns rituell darauf hingewiesen, dass die 4 oder 5 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung in der f\u00fchrenden Wirtschaftsmacht der Welt \u00abam meisten\u00bb aller Rohstoffe verbrauchen. Dieses \u00abArgument\u00bb stimmt in vielen F\u00e4llen l\u00e4ngst nicht mehr. Der Grund liegt in Effizienzsteigerungen bei der Produktion, saubereren Technologien, z. T. aber auch in der Auslagerung von Industrien in L\u00e4nder mit grosser Bev\u00f6lkerung und hoher Arbeitslosigkeit. Inzwischen haben andere L\u00e4nder bei der \u00abSchadstoffproduktion\u00bb dermassen aufgeholt, dass man es auf Satellitenaufnahmen sehen und unten riechen kann. Die Luftqualit\u00e4t in den USA ist dagegen \u00fcber die letzten Jahrzehnte sogar im Vergleich zur sauberen Schweiz stark gestiegen. China, das auch uns Schweizern Vieles liefert, was wir uns bei der Herstellung im eigenen Land niemals so billig leisten k\u00f6nnten, erzwingt dies nur durch einen massiv wachsenden und \u00f6kologisch bedenklichen Rohstoffverbrauch. W\u00f6chentlich erreichen uns im hinteren Teil der Zeitungen Hiobsbotschaften aus dem bev\u00f6lkerungsreichsten Land \u00fcber Ungl\u00fccke in veralteten Kohleminen zur Deckung des Energiebedarfs sowie vergiftete Abf\u00e4lle oder sogar Textilien und Spielsachen. Kaum je heisst es aber, China h\u00e4tte nun beim Schadstoffausstoss die nach wie vor produktivsten USA \u00fcberholt. Wenn schon, wird umgekehrt formuliert: ein Land wie China h\u00e4tte die USA inzwischen beim Energieverbrauch, der Stahlproduktion oder was auch immer \u00ab\u00fcberfl\u00fcgelt\u00bb, als ob dies der j\u00fcngste Beitrag zum Umweltschutz gewesen w\u00e4re. Wenn es China gelingt, einen Kleinwagen f\u00fcr Hunderte von Millionen erschwinglich zu machen, dann wird h\u00f6chstens auf die wachsende Wirtschaftskraft des Landes hingewiesen. Wo man hinschaut: verschiedene Ellen bei der Beurteilung, und dies nicht nur im Olympiajahr 2008. Auch aus Russland, wo man inzwischen, wie fr\u00fcher, keine unbestechlichen Wahlbeobachter mehr ins Land l\u00e4sst, berichtet man lieber von Schweizer Delegationen, die bei der Gew\u00e4hrung von Visa \u00abkeinerlei Probleme\u00bb gehabt h\u00e4tten. Dies freilich ohne zu sagen, dass in Russland wenig zu bef\u00fcrchten war von unseren linken Parteivertretern, die sich seinerzeit auch am Archipel Gulag nie gest\u00f6rt hatten. Unsere Finanzjongleure sind bei der Anwendung verschiedener Massst\u00e4be nicht weniger unfair. Wenn unsere Wirtschaft einmal l\u00e4uft und die Banken Rekordgewinne melden, weil die Konjunkturblasen noch einige Jahre vor dem Platzen sind, dann wird stolz auf Europas wachsende Bedeutung gegen\u00fcber den USA hingewiesen, und dass hier (dank Aquisitionen im Osten\u2026) inzwischen 460 Mio. Einwohner den 300 Mio. in den USA gegen\u00fcber stehen. Blindlings wird jedoch in den USA investiert, weil nicht ganz zu Unrecht der Glaube herrscht, dass \u00abdas Geld dort am besten arbeitet\u00bb, wie es in den Werbespr\u00fcchen der Banken immer so sch\u00f6n heisst. Nun, eigentlich arbeiten noch immer Menschen\u2026 Kaum aber platzt eine Immobilien- oder \u00fcberdrehte Pensionsgelderkrise in den Boom, ob bei uns oder anderswo, dann zittern binnen Stunden und Tagen alle Spekulanten vor ihren Bildschirmen und sehnen sich \u00abpositive Vorgaben\u00bb von der New Yorker B\u00f6rse herbei, ohne die offenbar nichts auf der Welt zu laufen scheint. Wie bitte \u2013 von diesen ungeliebten 4 bis 5 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung erwartet man pl\u00f6tzlich, dass sie der einzige Wirtschaftsmotor auf der Erde sein sollen? Im Innersten nat\u00fcrlich schon, aber das formuliert man genau umgekehrt: die USA sind jetzt einzig und allein schuld, weil es bei den \u00fcbrigen 6 Milliarden sonst doch so viel gescheiteren Erdenb\u00fcrgern nicht mehr l\u00e4uft. Zu diesem Schema g\u00e4be es viele weitere Beispiele. Kennen Sie die Archivaufnahmen von hungernden Menschen in der Dritten Welt, welche Ihnen bei jeder Gelegenheit mit \u00dcbergewichtigen aus nur einem einzigen Land, den USA, gegen\u00fcbergestellt werden? Die Zahlen sehen l\u00e4ngst anders aus. In China sind 27% \u00fcbergewichtig, und nach der gleichen Definition waren es 2006 in den USA deren 34%. In Brasilien waren es schon vor der Jahrtausendwende 37% &#8211; mit zunehmender Tendenz. \u00c4gypten hat 60% und Mexiko hat sogar 70% \u00dcbergewichtige &#8211; aktuelle Zahlen aus dem \u00abScientific American\u00bb! Besonders pikant: Inzwischen sind bei den \u00e4rmsten V\u00f6lkern der Welt f\u00fcr sich betrachtet bereits mehr Menschen \u00fcbergewichtig als unterern\u00e4hrt \u2013 wohlgen\u00e4hrt ist also eine Mehrheit! Drei Beispiele nur &#8211; f\u00fcr l\u00e4ngst revisionsbed\u00fcrftige Vorstellungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abVerschieden lange Ellen\u00bb im Bote der Urschweiz Winter 2008 Wenn es um Energiesparen oder Energieknappheit geht, dann wird bei uns rituell darauf hingewiesen, dass die 4 oder 5 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung in der f\u00fchrenden Wirtschaftsmacht der Welt \u00abam meisten\u00bb aller &hellip; <a href=\"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2008\/02\/bote-der-urschweiz-forum-winter-2008\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-504","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weltgeschehen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=504"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/504\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":506,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/504\/revisions\/506"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}