{"id":500,"date":"2007-02-01T16:46:57","date_gmt":"2007-02-01T15:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=500"},"modified":"2010-12-02T16:48:40","modified_gmt":"2010-12-02T15:48:40","slug":"bote-der-urschweiz-forum-winter-2007","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2007\/02\/bote-der-urschweiz-forum-winter-2007\/","title":{"rendered":"Bote der Urschweiz &#8211; Forum Winter 2007"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00abWarum auch einfach, wenn es kompliziert geht?\u00bb<br \/>\nim Bote der Urschweiz Winter 2007<\/strong><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich staunte ich wieder einmal, wie eine einzige Radiosendung einen Bestseller bewirken kann, nur weil man darin auf ein paar pikante Themen aus einem Buch zu sprechen kam. In der Publikation ging es um die Karikierung von salonf\u00e4higen bis \u00e4usserst beliebten Irrt\u00fcmern. An sich ein peinliches Thema, \u00fcber das die Leute sonst lieber Stillschweigen bewahren. Eine ganze Sammlung von verkehrten Vorstellungen kam hier zur Sprache, die kraft irgendeines wichtigen Amtes nicht mehr als solche erkannt werden oder werden sollen. Wer \u00fcber Jahre Material zu einem solchen Buch zusammengetragen hat, kann nach Fertigstellung des Werkes nicht einfach aufh\u00f6ren mit der Arbeit. Er entdeckt vielmehr fast t\u00e4glich neue Beispiele, die eigentlich schon in die erste Auflage geh\u00f6rt h\u00e4tten! Der Autor kann also von Gl\u00fcck reden, wenn der Bestseller schon eine Neuauflage erzwingt, bevor diese unm\u00f6glich umfangreich geworden ist! Ein ganz neu beigef\u00fcgtes Beispiel hatte nun mit der Schweiz zu tun, und ich m\u00f6chte es mit den Bote-Lesern teilen. So unmittelbar nach dem Jahreswechsel hatten wir ja alle sehr viel Post zu verschicken und haben uns dabei so unsere Gedanken gemacht. Zum Beispiel folgende: Die Postleitzahlen hatten urspr\u00fcnglich den Zweck, erstens die Steuerung der Poststr\u00f6me bei der Verladung an den korrekten Bahnh\u00f6fen zu vereinfachen und zweitens die in fr\u00fcheren Jahrhunderten verbrochenen Ortschaften gleichen Namens eindeutig unterscheiden zu k\u00f6nnen. Man h\u00e4tte ja einen Irrtum verhindert, wenn daraus gelernt worden w\u00e4re! Statt nun wirklich jeder Ortschaft (oder Poststelle in gr\u00f6sseren St\u00e4dten) ein f\u00fcr allemal eine eindeutige Nummer zuzuordnen, gab es nun erneut mehrere Poststellen mit gleicher Nummer, welche als Text im Alphabet sogar weit auseinander liegen und somit zu den groteskesten Problemen f\u00fchren k\u00f6nnen! Dies sogar in der kleinen Schweiz, wo man entweder (aus Spargr\u00fcnden?) auf f\u00fcnfstellige Postleitzahlen verzichtet oder dann die theoretisch 9999 vierstelligen nicht voll ausgen\u00fctzt hat. Der Gelbe Riese darf w\u00e4hlen, was hier zutrifft. Nach Jahren wurden sogar ganze Ortschaften umnummeriert: z.B. wurde eines Tages aus 5262 Frick von einem Tag auf den anderen 5070 Frick! Ende 2006 fand der Internet-Suchdienst Google neben gut 100\u2019000mal &#8222;5070 Frick&#8220; immer noch \u00fcber 100 Dokumente, wo es weiterhin hoch aktuell datiert &#8222;5262 Frick&#8220; hiess, weil zwei Jahrzehnte immer noch nicht zur restlosen Tilgung der alten Eintr\u00e4ge ausgereicht hatten! Statt in der Post-Software des Landes, nach eingetretenem Unheil, eine auch in Zukunft flexible indirekte Nummerierung einzuf\u00fchren, zwang man Hunderttausende von B\u00fcrgern zum Neudruck ihrer Visitenkarten und Gesch\u00e4ftsdokumente! Soviel Irrtum brauchte eine florierende Wirtschaft. Ob sich wohl andere L\u00e4nder auch so viel staatlich verordneten Schwachsinn leisten konnten? Kaum. Nur in der Schweiz staunten sogar die Z\u00fcrcher Telefonabonnenten eines Tages, dass auch bei ihnen die Druckereien wiederholt zu tun bekamen. Nach der Umstellung auf siebenstellige Nummern folgte erst mal der Wechsel auf die Vorwahl 01 (noch fr\u00fcher 051!). Wie oft in der gr\u00f6ssten Stadt eines Landes ist 01 recht sinnvoll. Dann wurde wenige Jahre sp\u00e4ter die staatliche Allmacht mit \u201e044\u201c (fr\u00fcher die Vorwahl im recht \u00e4hnlichen Kanton Uri) trotz massivem Protest nachgedoppelt. Gravierende \u00c4nderungen zum dritten Mal, w\u00e4hrend die Telefonnummer z.B. von Freunden in den USA unserer Lebtag lang gleich blieb \u2013 oder dann zumindest die reine Rufnummer. Warum also auch einfach, wenn es kompliziert geht?! Solche Kontraproduktivit\u00e4ten sind nat\u00fcrlich nicht gratis, weshalb unsere Post auch nicht billig ist. Der Postben\u00fctzer ist sich solcher Fehlentscheide ebenso bewusst wie Tausende von Angestellten an der Front, welche oft selber darunter leiden. Die Gralsh\u00fcter des Irrtums sitzen aber offenbar viele Stockwerke h\u00f6her, nicht in z.B. Goldau, wo ich mir w\u00fcnschte, die Postdienste w\u00fcrden bis ans Lebensende gleich gut bleiben \u2013 nur nicht teurer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWarum auch einfach, wenn es kompliziert geht?\u00bb im Bote der Urschweiz Winter 2007 K\u00fcrzlich staunte ich wieder einmal, wie eine einzige Radiosendung einen Bestseller bewirken kann, nur weil man darin auf ein paar pikante Themen aus einem Buch zu sprechen &hellip; <a href=\"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2007\/02\/bote-der-urschweiz-forum-winter-2007\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weltgeschehen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=500"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":501,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/500\/revisions\/501"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}