{"id":305,"date":"2008-11-27T00:32:18","date_gmt":"2008-11-26T23:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=305"},"modified":"2017-07-16T19:05:50","modified_gmt":"2017-07-16T18:05:50","slug":"zur-beschleunigten-agonie-der-mondzweifler-moon-hoaxers-get-immunized-here","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/raumfahrt\/2008\/11\/zur-beschleunigten-agonie-der-mondzweifler-moon-hoaxers-get-immunized-here\/","title":{"rendered":"Zur beschleunigten Agonie der Mondzweifler &#8211; Moon hoaxers, get immunized here"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8222;Moon Hoax&#8220; ist eine Orgie f\u00fcr Verbal-Logiker &#8211; mehr nicht.<br \/>\nWissenschaftlich denkenden Logikern fehlt die Meisterschaft zum Selbstbetrug.<\/p>\n<p>Hier das Stichwort &#8222;Zweifel an den Mondlandungen&#8220; aus dem inzwischen vergriffenen Raumfahrtlexikon auf DVD, letzte Auflage 2004, jetzt ein Text f\u00fcr die Public Domain:<\/p>\n<p>War der Mensch wirklich auf dem Mond?<\/p>\n<p>Diese Frage stellt sich nat\u00fcrlich weder den Hunderttausenden, welche in aller Welt am Apollo-Mondprogramm mitgearbeitet haben, noch russischen oder anderen Weltraumspezialisten oder irgendwelchen normalen Menschen. Trotzdem hat die leichtere Verbreitung von Falschmeldungen infolge der wachsenden Zahl verantwortungsloser Fernsehsender oder das jeglicher Kontrolle entzogene Internet in den letzten Jahren dazu gef\u00fchrt, dass sensationell aufgemachte Berichte einen Teil der geistig unselbst\u00e4ndigeren Bev\u00f6lkerung verunsichert haben. Vor allem technisch unkundige Zeitgenossen, welche im \u00fcbrigen durchaus wichtige Positionen in unserer Zivilisation innehaben k\u00f6nnen, wandten sich in erstaunlicher Zahl an ihnen bekannte Fachleute, um Sinn oder Unsinn dieser ungeheuerlichen Behauptung abgekl\u00e4rt zu bekommen. Der Schwachsinn dieser mehr oder weniger ehrlichen \u201cMond-Zweifler\u201d wurde auch von vielen Spezialisten bei der NASA zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht ernst genommen, was dem Aberglauben erst recht T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet hat. Auch der Autor wurde seit dem Sommer 2001 mit der Bitte um Klarstellungen \u00fcberschwemmt, so dass er, wie genau so besorgte B\u00fcrger in den USA, eine m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Sammlung von Gegenargumenten zusammengestellt hat. Diese sollte ihre Wirkung nicht verfehlen, jeden Leser, der rationaler Denkweise \u00fcberhaupt noch f\u00e4hig ist, von der Realit\u00e4t der sechs Mondlandungen zwischen 1969 und 1972 zu \u00fcberzeugen. Das Material m\u00f6ge auch anderen Personen dienen, welche von Zweiflern mit der leidigen Frage oder den damit verbundenen Pseudoargumenten konfrontiert und meist bel\u00e4stigt werden. Hier eine Fassung, wie sie auch schon publiziert worden ist und daher vom Stil her von einem \u201cnormalen\u201d Stichwort abweichen mag:<\/p>\n<p>Zweifler auf der Flucht vor der Wirklichkeit<\/p>\n<p>Dem Cassian von Salomon von Spiegel TV haben wir Europ\u00e4er es zu verdanken, dass eine der \u00e4rgerlichsten Fernsehsendungen nun mit der \u00fcblichen Versp\u00e4tung zur besten Sauregurkenzeit auch noch Europa und die Schweiz heimgesucht hat. Es geht um nicht weniger als die leider in Faktenform servierte \u201cM\u00f6glichkeit\u201d, die sechs US-Mondlandungen von 1969 bis 1972 h\u00e4tten nie stattgefunden, oder zumindest nur in einem Studio in Hollywood bzw. einer W\u00fcste in Arizona! Zu einer Zeit, wo keine drei Eidgenossen mehr ein Geheimnis f\u00fcr sich behalten k\u00f6nnten, soll also die Verschw\u00f6rung von Zehntausenden von NASA-Angestellten und Hunderttausenden von Industrie-Zulieferern ein Dritteljahrhundert dichtgehalten haben \u2013 frustrierte Akademiker an Hunderten von Hochschulinstituten eingerechnet! Wer mag das glauben? Zwanzig Prozent der Bev\u00f6lkerung, sollen Statistiker festgestellt haben! Das war nun wirklich zu \u201cerwarten\u201d, denn z.B. 20 Prozent der Chauffeure fahren schliesslich auch 80 Prozent der Wagenparks kaputt oder 20 Prozent der Bev\u00f6lkerung h\u00e4lt die Polizei 80% der Zeit im Trab&#8230; Sollen wir es also beim Recht auf freie Meinungs\u00e4usserung belassen und den enzyklop\u00e4dischen Unrat des modernen Infotainment einfach mit allem \u00fcbrigen entsorgen? Nein, sagen einige Fachleute, inzwischen sogar bei der NASA. Die Idiotie ist offenbar dank der Kaufkraft von Geld und Internet bereits f\u00fcr Jedermann demokratisch verteilt und hinterl\u00e4sst ihre Sch\u00e4den l\u00e4ngst bis in h\u00f6chste Gremien. Dieser Erkenntnis kann ich im vierten Jahrzehnt der Weltraumberichterstattung und unvermeidbaren Begegnungen mit Astropsychiatrie aller Gattung nur beipflichten. So f\u00e4llt es einem etwas leichter, sich aufzuraffen und die Scheinargumente der Gl\u00e4ubigen einzeln zu zerpfl\u00fccken, zumal dieser einmaligen \u00dcbung f\u00fcr Schreiber und Leser sogar ein gewisser Unterhaltungswert zukommt.<\/p>\n<p>Behauptung 1: Pr\u00e4sident Nixon habe die ganze Verschw\u00f6rung um die Mondlandungen auf dem Gewissen, weil er von anderen Problemen ablenken wollte!<\/p>\n<p>Schwachsinn! Das Apollo-Mondprogramm wurde vom Vor-Vor-Vorg\u00e4nger John F. Kennedy aus der Taufe gehoben, und die ersten zehn Mondumrundungen von Amerikanern fanden schon statt, bevor Nixon \u00fcberhaupt im Amt vereidigt war! Ausgerechnet in den USA w\u00e4re es unm\u00f6glich gewesen, ein derart gewaltiges Unternehmen so zu inszenieren, dass eine ganze Armada von sensationsgierigen Journalisten und direkt beteiligten Fachleuten hinters Licht gef\u00fchrt worden w\u00e4re. Die Russen h\u00e4tten jede ihrer Kontrollm\u00f6glichkeiten ben\u00fctzt, um dem Westen diese Trumpfkarte aus den H\u00e4nden zu schlagen! Abgesehen davon, dass beglaubigte Dokumente zum Mond und zur\u00fcck transportiert worden sind, um selbst formaljurisische Zweifel zum vorneherein auszuschliessen, gibt es unz\u00e4hlige Beobachtungen von Aussenstehenden, welche das Raumschiff starten, um die Erde ziehen und im Teleskop exakt zum himmelsmechanisch korrekten Zeitpunkt Richtung Mond fliegen gesehen haben. Meine Schweizer Fernsehzuschauer habe ich damals \u00fcber die gelungenen Beobachtungen der Apollokapsel auf langbelichteten Astro-Aufnahmen von gut ausger\u00fcsteten Amateuren informiert.<\/p>\n<p>Behauptung 2: Fachleute, die fr\u00fcher bei NASA gearbeitet haben, seien heute bereit, mit pikanten Details auszupacken.<\/p>\n<p>Schwachsinn! Keiner der vermeintlichen \u201cFachleute\u201d, welche von den Mondlandezweiflern heute pr\u00e4sentiert werden, hat jemals irgendeine wichtige und dokumentierte Funktion im Weltraumprogramm innegehabt. Entweder sind es Wichtigtuer oder Frustrierte, welche die gr\u00f6sste Einzelleistung der technischen Zivilisation wenigstens herabmindern wollen, wenn es ihnen schon versagt war, selber etwas beizutragen. Nur das Recht auf freie Meinungs\u00e4usserung und gelegentlich wohl das Arztgeheimnis sch\u00fctzt sie davor, den Preis f\u00fcr ihre Falschaussagen zahlen zu m\u00fcssen. Umgekehrt habe ich beim dreissigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der ersten Mondlandung im Kennedy-Raumflugzentrum den Stolz derjenigen live miterlebt, welche seinerzeit entscheidend zu dieser gewaltigen Leistung beigetragen hatten. Mehr als zwanzig Autobusse brachten damals etwa 900 Veteranen des Apolloprogrammes zu einem grossen Festbankett, und ich ben\u00fctzte die Gelegenheit, vor dem Eingang jedem dieser zu Recht stolzen Pioniere ins Gesicht zu sehen. Das waren Pers\u00f6nlichkeiten, welche die Welt ver\u00e4ndert hatten, sicher keine Schwindler wie jene, welche haltlose Behauptungen in die Welt setzen.<\/p>\n<p>Behauptung 3: Die Filme und Fernsehaufnahmen seien allesamt in Studios gef\u00e4lscht worden!<\/p>\n<p>Schwachsinn! Selbst heute bringen es die Filmemacher noch nicht fertig, einen echten und auch nur f\u00fcr Laien halbwegs glaubw\u00fcrdigen Science-Fiction-Film zu drehen; im Jahre 1969 w\u00e4re es sicher ungleich viel schwieriger gewesen, damit sogar ausnahmslos die kritischeren Fachleute hinters Licht zu f\u00fchren!<\/p>\n<p>Behauptung 4: Die Schatten auf den Mondaufnahmen zeigen angeblich in verschiedene Richtungen, weil mehrere Lampen das Studio ausleuchteten, und helle Astronauten im Schatten des Mondlandeger\u00e4tes sollen beweisen, dass nicht nur das Licht der Sonne die Szene beleuchtet hat.<\/p>\n<p>Schwachsinn! Jeder Fotograf weiss, dass Streulicht auch auf der Erde jedes Objekt mehr oder weniger von allen Seiten ausleuchtet. Selbst vom finstersten Mondschatten hinter dem Landeger\u00e4t aus waren helle Gegenst\u00e4nde sichtbar, und folglich reichten die Lichtstrahlen von dort auch umgekehrt in den Schatten hinein! Der Mondboden ist zwar schwarz wie Kohle, aber im gleissenden Sonnenlicht gen\u00fcgte die schwache Reflexion, um die schneeweiss gekleideten Astronauten sogar im Schatten sichtbar zu machen. Wer die Mondaufnahmen genau ansieht, findet harte Schlagschatten immer parallel von der Sonne weg, ausser dort, wo scheinbare Ausnahmen durch die Unebenheiten von Kraterb\u00f6den oder die Verzerrung durch eine Weitwinkeloptik erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Behauptung 5: Die US-Flagge habe im Wind geflattert, obwohl es auf dem Mond gar keine Atmosph\u00e4re gibt!<\/p>\n<p>Schwachsinn! Mindestens eine halbe Milliarde Fernsehzuschauer hatte mit eigenen Augen gesehen, dass die absichtlich aus Nylongeflecht so geformte Flagge zwar wie auf der Erde wirkte, aber jeweils zu wackeln aufh\u00f6rte, sobald sie vom Astronauten nicht mehr bewegt wurde. In Fernsehsendungen waren sich Kommentatoren und Zuschauer damals noch \u00fcber solche Gegebenheiten im klaren. Dreissig Jahre Niedergang des gesunden Menschenverstandes mussten die b\u00f6swilligen Verdreher abwarten, bis sie nicht augenblicklich der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben mit all dem Unsinn aufwarten konnten.<\/p>\n<p>Behauptung 6: Die NASA hatte angeblich \u00fcberhaupt nie stichhaltige Beweise, mit denen sie die Existenz von Mondlandungen h\u00e4tte belegen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Doch! Die an den Landepl\u00e4tzen aufgestellten Laser-Reflektoren haben es \u00fcber viele Jahre erm\u00f6glicht, die Laufzeit von Laserstrahlen pr\u00e4zise auszumessen, weil die Kristalle so geschliffen waren, dass sie das Licht exakt an den Herkunftsort zur\u00fccklenkten. Dort, wo kein Reflektor steht, gelangt nicht das geringste messbare Laser-Echo vom dunklen Mondboden zur\u00fcck zur Erde. Damit liessen sich sogar die bekanntgegebenen Landekoordinaten \u00fcberpr\u00fcfen! Ausserdem enthalten die zur\u00fcckgebrachten 381 kg Mondgestein das \u00e4usserst seltene Helium-Isotop He3 in so betr\u00e4chtlichen Mengen, dass jegliche irdische Herkunft ausgeschlossen werden kann, und \u00e4hnliches gilt noch f\u00fcr weitere Isotopenverh\u00e4ltnisse in der Mondmaterie, wie z.B. das \u00e4usserst seltene Beryllium 10.<\/p>\n<p>Behauptung 7: Die Fotos von der Umgebung des Landeplatzes zeigten angeblich keinerlei Spuren des Landetriebwerkes oder von weggefegtem Mondstaub!<\/p>\n<p>Schwachsinn! Schon drei Jahre vor Apollo 11 wussten Russen und Amerikaner von ihren unbemannten Sonden her, dass die Staubschicht relativ d\u00fcnn und der Boden tragf\u00e4hig ist. Auf den 16mm-Bordfilmen von den Landungen sieht man \u00fcbrigens im erwarteten Rahmen durchaus etwas Staub, wie er vom Zentrum des D\u00fcsenstrahles aus radial nach aussen gefegt wird. Die Astronauten hatten genau diesen Staub jeweils als definitive Best\u00e4tigung daf\u00fcr betrachtet, dass sie den Boden nun unmittelbar erreicht hatten, und dies der Bodenstation mit der Formulierung \u201cpicking up some dust\u201d m\u00fcndlich durchgegeben. Das Landetriebwerk musste auf dem Mond ausserdem nur einen Sechstel des Schubes im Vergleich zur Erde liefern, und das Raumschiff war mit fast leeren Tanks bis zum Aufsetzen schon so leicht geworden, so dass der Raketenstrahl ungleich viel schw\u00e4cher eingestellt werden konnte als bei einer vollbetankten Rakete, welche z.B. von der Erde aufsteigen muss. Ausserdem stellten Stabsensoren, die 1.5 m von den vier Landef\u00fcssen aus herunterhingen, das Triebwerk schon weit vor der harten Bodenber\u00fchrung ab. Dar\u00fcber waren vor allem die Mondgeologen froh, welche trotz dieser geringen Einwirkungen von den Astronauten immer genau wissen wollten, wo und wie weit vom Landeplatz sie \u201csaubere\u201d Steine eingesammelt hatten!<\/p>\n<p>Behauptung 8: Bei den Livesendungen vom Wiederaufstieg der letzten drei Missionen konnte man nie einen D\u00fcsenstrahl sehen, was beweise, dass die Oberstufen von Seilen im Studio hochgezogen worden seien.<\/p>\n<p>Schwachsinn! Das Triebwerk mit dem auf dem Mond verh\u00e4ltnism\u00e4ssig schwach ben\u00f6tigten Schub verbrannte Stickstofftetroxid und Hydrazin, also den gleichen Treibstoff wie die Titan-2-Raketen der Geminifl\u00fcge. Seinerzeit in den Sechzigerjahren hatten sich unkundige Beobachter schon gewundert, wie die damalige Grossrakete Titan z.B. im Vergleich zur Atlas-Rakete scheinbar ohne Feuer und Rauch aufsteigen konnte! Auf dem Mond im Vakuum brauchte also bei den nur anderthalb Tonnen Schub des Aufstiegsmotors nicht mehr viel an Gas und Flamme zu sehen sein, wenn die 200 Tonnen einer Titan auf der Erde schon so unscheinbar blieben! Trotz der limitierten Qualit\u00e4t der TV-Kamera auf dem Mond war immer noch die von Sprengbolzen getrennten Raumschiffteile, die sekundengleich wegfegenden Tr\u00fcmmer und Staubreste vom Boden zu sehen, w\u00e4hrend der LEM-Oberteil bis ausserhalb des Sichthorizontes der Kamera weg beschleunigte. Es w\u00e4re selbst f\u00fcr heutige \u201cVirtual Reality-Programmierer\u201d praktisch unm\u00f6glich, solche Fernsehaufnahmen f\u00fcr Fachleute \u201cerfolgreich\u201d zu f\u00e4lschen, von den M\u00f6glichkeiten der Trickfilmer vor dem Jahre 1972 ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Behauptung 9: Ein Mondlandeger\u00e4t sei naturgem\u00e4ss instabil und k\u00f6nne \u00fcberhaupt nicht aufrecht bleiben. Der Unfall mit dem Simulator auf der Erde, den Neil Armstrong wenige Wochen vor seinem Start noch gl\u00fccklich \u00fcberlebte, sei der beste Beweis daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Schwachsinn! Die Sonden Luna und Surveyor waren schon Jahre vor dem Apollo-Programm automatisch auf dem Mond abgesetzt worden \u2013 sogar unbemannt. Der Simulator f\u00fcr das LEM auf der Erde musste dagegen m\u00fchsam so gebaut werden, dass er 5\/6 des Gewichtes mit einem tats\u00e4chlich instabilen \u201cTieflader-Helikoptermotor\u201d kompensierte, um den restlichen Sechstel mit dem echten Triebwerk und seiner Steuerelektronik auch innerhalb der Atmosph\u00e4re einigermassen realistisch testen zu k\u00f6nnen. Sobald das Ger\u00e4t nur ein wenig kippte, war es mit der realistischen Simulation zu Ende und der Rotor beschleunigte das \u201cfliegende Bettgestell\u201d schnell in schr\u00e4ger Richtung davon, weil Schub und Gewicht nat\u00fcrlich nur in vertikaler Lage im Gleichgewicht zu halten war. Armstrong musste denn auch einmal in allerletzter Sekunde den Schleudersitz bet\u00e4tigen. Nach der ersten auf dem Mond gegl\u00fcckten Landung war man bei der NASA bald beruhigt, dass das Astronautentraining grunds\u00e4tzlich auf den richtigen Weg gewesen war und man fortan auf den gef\u00e4hrlichen Simulator verzichten konnte.<\/p>\n<p>Behauptung 10: Die Erde ist zwischen 8000 und 18000 km H\u00f6he vom Van-Allenschen Strahlungsg\u00fcrtel umgeben, und diesen h\u00e4tten die Astronauten \u00fcberhaupt nicht durchqueren k\u00f6nnen, ohne an den Strahlensch\u00e4den zu sterben!<\/p>\n<p>Haushoch \u00fcbertrieben! Die Strahlung ist in jenem Bereich zwar st\u00e4rker als in anderen H\u00f6hen, aber sie f\u00e4ngt auch in niedrigen Satellitenbahnen oberhalb der Atmosph\u00e4re schon an, wo sich russische Kosmonauten l\u00e4ngst kumuliert bis zwei Jahre lang aufgehalten haben. Der Van-Allen-G\u00fcrtel wird aber mit der grossen Startgeschwindigkeit in Erdn\u00e4he in knapp einer halben Stunde passiert. Dabei nehmen die Astronauten eine viel kleinere Dosis auf als jeder Daueraufenthalter in einer Raumstation, jeder langj\u00e4hrige Flugkapit\u00e4n im Cockpit oder jeder wochenlange Gast in einem H\u00f6henkurort.<\/p>\n<p>Behauptung 11: Auf den Mondfotos sieht man trotz schwarzem Himmel keine Sterne!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich nicht! Unser Auge und jeder Fotoapparat stellt seine \u201cBelichtungszeit\u201d auf den Mittelwert der im Blickfeld sichtbaren Helligkeiten von Objekten ein und blendet daher auch auf dem Mond (oder am Fenster einer Raumstation) bei Tag sofort ab. Im Erdschatten oder innerhalb der Mondnacht (diese erlebten die Mondbesucher nur jeweils einen knapp halben Orbit lang!) sieht man die Sterne jedoch wundersch\u00f6n, wie uns Astronauten wiederholt berichtet haben. Dies, obwohl die Adaptationszeit des Auges auf Dunkelheit von jeweils h\u00f6chstens 45 Minuten kaum f\u00fcr eine perfekte Nachtsicht ausreicht, vor allem, wenn im Raumschiff nicht alle Lichter gel\u00f6scht werden. Ausserdem: h\u00e4lt jemand die Fachleute der NASA wirklich f\u00fcr so unkundig, dass sie den Sternenhimmel nicht an die Studiodecke gemalt h\u00e4tten, wenn diese (gem\u00e4ss den unfehlbaren Zweiflern&#8230;) h\u00e4tten sichtbar sein sollen?<\/p>\n<p>Fazit: ist es angesichts der erdr\u00fcckenden Faktenlage nicht umgekehrt eigenartig, wie die Wirklichkeit immer noch zu leugnen oder zu ignorieren versucht wird? Mehr noch: wo waren all die Zweifler, als das in der Tat mehr als nur widerspr\u00fcchliche russische Raumflugprogramm in den Medien der Welt seine nie so genau hinterfragten Triumphe bis etwa Mitte der 1960er Jahre feierte? Warum wird auch keines der Raumfahrt-Vorbereitungsprogramme (Mercury oder Gemini) in Frage gestellt, sondern immer nur das eindrucksvollste von allen, das Apollo-Mondflugprogramm? Offenbar ist das ber\u00fchmte 80:20-Gesetz auch hier symmetrisch: es m\u00f6gen zwar 80% der Bev\u00f6lkerung auf die \u00fcblichen 20% an Falschmeldungen hereinfallen, aber die Wahrheit liegt doch wohl kaum bei den restlichen 20% der Schw\u00e4chsten, welche 80% der Wirklichkeit nicht mehr sehen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Pikant auch das: zur Zeit der Mondlandungen war von politisch Verbl\u00fcfften und anderen Neidern oft der Vorwurf zu h\u00f6ren, die amerikanischen Mondlandungen w\u00fcrden \u00fcberhaupt keinen finanziellen Nutzen bringen. Seit nun 30 Jahre nach der Apollo-Aera Projekte diskutiert werden, die Bodensch\u00e4tze des Mondes zu nutzen und dort oben eine permanente Basis zu errichten, wirft die gleiche Internationale der Verhinderer den Initianten \u201creine Profitsucht\u201d vor. Angesichts solcher Inkonsequenz m\u00fcsste die Absicht der Kritiker um der Kritik willen wirklich jedem auffallen, der entweder der Logik, der Fairness, oder beidem verpflichtet ist.<\/p>\n<p>Die st\u00e4rksten Argumente gegen ihre eigene Seriosit\u00e4t liefern die Zweifler weiterhin selber: der letzte Schrei unter ihnen war einmal die Behauptung, sowohl die NASA als auch die Sowjets h\u00e4tten schon um 1962 den Mars besucht, und zwar bemannt. Beide Nationen w\u00fcrden es jedoch nicht zugeben! Man stelle sich vor: nur vier Jahre nach der Gr\u00fcndung der NASA und ein Jahr nach der Ank\u00fcndigung des viel \u201cproblemloseren\u201d Mondprogrammes durch John F. Kennedy sowie drei Jahre vor dem ersten erfolgreichen Vorbeiflug an Mars durch eine unbemannte Sonde&#8230; Derart aus der Luft gegriffene Behauptungen sollten doch sogar einem Teil der Zweifler selber verst\u00e4ndlich machen, dass es ihnen gar nicht um die Wahrheit geht, sondern darum, sich um jeden Preis in Opposition zur Realit\u00e4t zu setzen. Ob aus Frustration oder aus Geldgier \u00e4ndert nichts an der Tatsache, dass sich beide selber ad absurdum f\u00fchren und vor der Geschichte ewiger L\u00e4cherlichkeit preisgeben.<\/p>\n<p>Die NASA verzichtete im Herbst 2002 nach reiflicher \u00dcberlegung doch darauf, eine Publikation zum Beweis der Realit\u00e4t ihrer Mondlandungen zu unterst\u00fctzen. Hierzu hatte man dem Raumfahrt-Analysten und Schriftsteller James Oberg bereits eine Anzahlung von 5000 Dollar an ein geplantes Honorar von 15&#8217;000 Dollar geleistet. Kurz nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Projektes zeigte sich aber, dass sich die Presse bald mit mehr Desinformation als Informationen zur\u00fcck zur Wirklichkeit f\u00fcllte. So sah man keinen Nutzen mehr in weiterer Aufkl\u00e4rung. Der NASA nahe stehende Beobachter argumentierten, dass der typischer Zweifler seri\u00f6se Argumente ohnehin weder verstehen noch akzeptieren w\u00fcrde. Oberg wollte nun aber das begonnene Buch dennoch fertig stellen und auf den Markt bringen. Er sieht eine grosse Bedeutung darin, der Kakophonie der Zweifler endlich einmal ein umfassendes Werk gegen\u00fcber zu stellen und dabei recht deutlich zu werden. So deutlich, dass die NASA bei Unbelehrbaren nur neue Kontroversen bef\u00fcrchtete und wieder zur Politik zur\u00fcck kehrte, unterhalb einem bestimmten Niveau nicht mehr weiter zu diskutieren.<\/p>\n<p>Heiterer Schlusspunkt: Es wurde schon vorgeschlagen, die ignorantesten dieser Zweifler bei einer Wiederaufnahme von Mondfl\u00fcgen als Strafe gewaltsam im Raumschiff mit zu f\u00fchren und ihre Heldentat nach ihrer erwartungsgem\u00e4ss gl\u00fccklichen und stolzen R\u00fcckkehr in Frage zu stellen&#8230;<\/p>\n<p>\u201cIn einer Zeit, in der die virtuelle Welt so grosse Bedeutung erlangt hat, widersteht das Original der falschen Vorstellung, alles sei k\u00fcnstlich und beliebig machbar. Es verteidigt die W\u00fcrde der Realit\u00e4t.\u201d<\/p>\n<p>Othmar Keel, Altertumsforscher, Freiburg<\/p>\n<p>\u201cDie Leugner der Mondlandungen erinnern mich an die unangenehmsten meiner Landsleute, welche oft einen Beweis meiner Invalidit\u00e4t fordern und jeweils b\u00f6sartig reagieren, wenn ich ihn augenblicklich liefern kann\u201d.<\/p>\n<p>Ein amerikanischer Weltraumanalyst im Rollstuhl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;Moon Hoax&#8220; ist eine Orgie f\u00fcr Verbal-Logiker &#8211; mehr nicht. Wissenschaftlich denkenden Logikern fehlt die Meisterschaft zum Selbstbetrug. 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