{"id":214,"date":"2009-11-10T07:50:06","date_gmt":"2009-11-10T06:50:06","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=214"},"modified":"2021-03-27T18:41:14","modified_gmt":"2021-03-27T17:41:14","slug":"wie-interviews-gehandhabt-werden-fur-insider-und-outsider","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2009\/11\/wie-interviews-gehandhabt-werden-fur-insider-und-outsider\/","title":{"rendered":"Wie Interviews gehandhabt werden &#8211;  f\u00fcr Insider und Outsider"},"content":{"rendered":"<p>Derzeit (Juli 2009) gebe ich t\u00e4glich 1-3 Interviews, Print, Audio, Video, meist mit recht \u00e4hnlichen Fragen, so dass der Termin notorisch knapp ist: 40j\u00e4hrige Jubil\u00e4en sieht man ja erst eine Woche vor dem Termin kommen&#8230; Bei Zeitungsinterviews habe ich im e-Mail-Zeitalter eine grosse Effizienzsteigerung erreicht, indem mir die Fragen online gestellt werden und mit m\u00f6glichst genauem Wunsch des Gesamtumfanges. Damit liess sich dem amerikanischen Sprichwort &#8222;do it right the first time&#8220; jeweils am besten Gen\u00fcge tun. Zum Vorteil beider Seiten! Aus welchen Gr\u00fcnden auch immer (weil der Interviewer dann 100mal mehr profitiert als der frondienstliche Interviewte?) werden jedoch ausgerechnet bei solchen stark belasteten Jubil\u00e4en partout &#8222;klassische&#8220; Interviews abverlangt &#8211; trotz meinen Einw\u00e4nden. Als erstes kommen dann erstaunlich sp\u00e4t R\u00fcckfragen, weil akustische oder andere Unklarheiten aufgetreten sind oder sich die Notizen des Interviewers als total ungen\u00fcgend erwiesen haben. Dann mache ich die Arbeit zum ersten Mal zweimal, indem ich die Fragen erneut beantworte &#8211; mit der Qual der Wahl, wie &#8222;raffiniert&#8220; ich mich wohl vorher mit weniger Zeitknappheit formuliert hatte. Dann erst erhalte ich die erste Interview-Version zur\u00fcck, nat\u00fcrlich viel zu lang, mit der Bitte, sie zu k\u00fcrzen. Dabei entdecke ich S\u00e4tze, die \u00fcberhaupt nicht von mir stammen oder von mir niemals so formuliert worden w\u00e4ren. Also steht man vor dem Dilemma, ob man die Arbeit nun noch ein drittes Mal machen will und sehr viel Antwort-Substanz vom ersten Versuch aus dem Fenster wirft &#8211; oder aus Zeitgr\u00fcnden gar nicht mehr reagieren kann und dann von irritierten Lesern Bericht bekommt, sie seien vom Interview total entt\u00e4uscht gewesen. Also macht man die Arbeit lieber zum dritten Mal und arbeitet bis in die Nacht hinein &#8211; nat\u00fcrlich zum dritten Mal gratis. Trotz solchem Expressdienst kommt es h\u00e4ufig vor, dass man dann nach einer Woche ohne Entschuldigung zu h\u00f6ren bekommt, &#8222;die Ber\u00fccksichtigung der Korrekturen ist aus Zeitgr\u00fcnden nicht mehr m\u00f6glich gewesen&#8220;. Dann war der Frondienst auch noch f\u00fcr die Katz, alles nur, weil wieder jemand ein 40-Jahr-Jubil\u00e4um erst 48 Stunden vor Redaktionsschluss hat kommen sehen. Falls dagegen noch etwas Zeit geblieben ist, kommt Runde 4. Bei den K\u00fcrzungen haben sich Sinn-entstellende Fehler eingeschlichen, die den Redaktor nat\u00fcrlich weniger st\u00f6ren als den Autor, weil ersterer seine eigenen Formulierungen erkennt, die ihn so wenig st\u00f6ren wie einen Analphabeten die Rechtschreibereform. Lassen wir eine f\u00fcnfte Runde &#8211; Sie haben mich verstanden. Fragen wir uns lieber, wie man es von Anfang an h\u00e4tte richtig machen k\u00f6nnen! Eben: per e-Mail, absolut ohne Missverst\u00e4ndnisse. Man bedenke: es muss auf Biegen und Brechen ein Experte sein, den man (miss)braucht, aber dann weiss derjenige, der den Text offenbar nicht selber hat schreiben k\u00f6nnen, doch wieder alles besser. Ohne jedes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Experten, der sich, wenn schon, immer noch lieber mit seinen eigenen Texten blamiert, w\u00e4hrend der &#8222;Auftraggeber&#8220; kassiert.<br \/>\nKorrektur: Gratis ist im Falle von TV-Interview ev. nicht ganz richtig &#8211; ich zahlte sogar schon f\u00fcr meine Arbeit per Zwangsgeb\u00fchr an den staatlichen Sender! L\u00e4ngst nicht mehr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit (Juli 2009) gebe ich t\u00e4glich 1-3 Interviews, Print, Audio, Video, meist mit recht \u00e4hnlichen Fragen, so dass der Termin notorisch knapp ist: 40j\u00e4hrige Jubil\u00e4en sieht man ja erst eine Woche vor dem Termin kommen&#8230; Bei Zeitungsinterviews habe ich im &hellip; <a href=\"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2009\/11\/wie-interviews-gehandhabt-werden-fur-insider-und-outsider\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-214","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weltgeschehen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=214"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":216,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214\/revisions\/216"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}