{"id":17117,"date":"2024-10-02T12:22:46","date_gmt":"2024-10-02T11:22:46","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=17117"},"modified":"2024-10-25T11:59:11","modified_gmt":"2024-10-25T10:59:11","slug":"die-chopstick-landungen-aus-der-luft-liessen-die-science-fiction-wirklichkeit-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2024\/10\/die-chopstick-landungen-aus-der-luft-liessen-die-science-fiction-wirklichkeit-werden\/","title":{"rendered":"Die Chopstick-Landungen aus der Luft liessen die Science Fiction Wirklichkeit werden"},"content":{"rendered":"<p>Die ganze Welt (ausser vielleicht den 14&#8217;000 bei SpaceX auf der StarBase Besch\u00e4ftigten&#8230;) schien bis am 13. Oktober 2024) davon \u00fcberzeugt zu sein, dass das Risiko eines Misserfolges bei der Chopstick-Landung eines 250 Tonnen schweren StarShips viel zu hoch ist. Sie liessen sich vom Gef\u00fchl und vagesten \u00c4usserungen in den Medien leiten, dass man doch unm\u00f6glich solche \u00abJumbos\u00bb direkt aus der Luft ergreifen und gleich wieder auf die Startplattform setzen k\u00f6nne! \u00c4hnlich wie 2016, als Elon Musk schon nach wenigen Monaten Erfahrung mit Erststufenlandungen auf Bodenplattformen dazu \u00fcberging, fortan sogar bevorzugt auf schwankenden Meeresplattformen zu landen. Dies war n\u00e4mlich gleichzeitig Treibstoff sparender, Nutzlast maximierender und genau so sicher! Bis Ende August 2024 ist dies 341 Mal gelungen und 310 Stufen sind in \u00fcber 8 Jahren bis zu 23 Mal wieder verwendet worden, was SpaceX gewaltige Einsparungen und jenseitige Rentabilit\u00e4ts-Steigerungen gebracht hat. Diese hat inzwischen die zun\u00e4chst ebenfalls mit Spott und Unglauben reagierende Konkurrenz total zur Verzweiflung gebracht, denn sie hat fast alle Auftr\u00e4ge in kurzer Zeit verloren. <\/p>\n<p>Jetzt wiederholt sich ein \u00e4hnliches Szenario zun\u00e4chst einmal mit den StarShip-Erststufen-Boostern (den sog. \u00abSuper Heavies\u00bb), und das hat uns nun Elon Musk, schneller als sogar von kundigen Optimisten erwartet, demonstriert. Sp\u00e4ter will das  Musk dann auch noch mit den Zweitstufen m\u00f6glich machen, den StarShips, die ungebremst sogar noch f\u00fcnfmal schneller als die sogar 10mal leichteren Falcons herunterkommen. Sie treten also mit insgesamt 250mal (10x5x5) mehr Bewegungsenergie in die Atmosph\u00e4re ein. Auch dabei ist man heute einen grossen Schritt n\u00e4her zu 100-prozentiger Wiederverwendung gekommen. Solche Zweitstufenlandungen von Orbitalraketen galten bisher sogar grunds\u00e4tzlich als unm\u00f6glich. Elon Musk f\u00fchlt sich aber von Unm\u00f6glichem angezogen, weil man dann von Anfang an konkurrenzlos ist! Und er hatte auch die n\u00f6tigen Ideen dazu: baue die ganze Rakete aus Stahl statt Aluminiumlegierungen, dann kann man die Erststufe sogar ganz ohne Vorbremsung in die Erdatmosph\u00e4re eintreten lassen, ohne dass sie schmilzt oder vergl\u00fcht. Dort wird sie dann rein passiv auf die ziemlich gleiche Geschwindigkeit (rund 5500 km\/h) abgebremst wie die viel kleineren und bereits routinem\u00e4ssig fliegenden Falcon-9-Raketen, die bis zu diesem Punkt Vorbremsung ben\u00f6tigen. Selbst jene konnten \u00fcbrigens auch nach 9 Jahren noch von niemandem kopiert werden! <\/p>\n<p>Obwohl beim viel schnelleren StarShip weitere Triebwerksbremsungen n\u00f6tig sind, hat Elon Musk schon fr\u00fch die Idee gehabt, sich am Schluss bei beiden Stufen nicht auf wacklige Landebeine zu verlassen, sondern etwas noch viel exotischeres. St\u00e4hlerne Arme (die sog. Chopsticks) greifen dem 70 m hohen Booster unter die massiven Gridfin-Spoiler bzw. dem 50 m hohen StarShip (wie chinesische Ess-St\u00e4bchen&#8230;) unter die vorderen \u00abFl\u00fcgelchen\u00bb und bremsen die bis dahin von den Triebwerken auf wenige Meter pro Sekunde reduzierte Geschwindigkeit mit den weiterhin brennenden Triebwerken ganz auf Null ab. So stellt man sie zum Schluss auf die Startplattform ab &#8211; dort, wo man abgeflogen ist und bald wieder starten wird! Eine perfektere L\u00f6sung gibt es nicht &#8211; und nur damit ist Elon Musk jeweils zufrieden. Es braucht keine massiven Landebeine mehr und auch dies kommt der Nutzlast zu gut!<\/p>\n<p>Wenn eine ungenaue Anfluggeschwindigkeit bis dahin keine sichere Landung verspricht, dann stellt man dies schon viele Minuten fr\u00fcher fest und lenkt den Booster und sp\u00e4ter auch das StarShip, draussen &#8211; unweit des Start- und Landeplatzes &#8211; ins Meer (zun\u00e4chst den Golf von Mexiko) hinaus, ohne den Startturm und die Startplattform zu gef\u00e4hrden. Dies war nun auch bei der StarShip-Boosterstufe schon beim allerersten Versuch nicht einmal n\u00f6tig! Ganz \u00e4hnlich, wie die Navigation schon bisher bei den Falcon-9-Erststufenlandungen, wenn auch noch auf Landebeinen. Dies hat bis jetzt \u00fcber 300mal funktioniert! Jeder Neugierige konnte das auf Webcams im Internet live mitverfolgen, auch wenn es oft bei Nacht und Nebel stattfindet. Weil sich aber die Wenigsten diese M\u00fche nehmen, hatten Musk und vielleicht weltweit einige Millionen Kundige solche Erfahrungen den allermeisten Laien \u2013 und den Medien &#8211; voraus. Jene reagieren erfahrungsgem\u00e4ss vor jedem neuen technischen Wunder mit der hochm\u00fctigen  Skepsis von Technophoben und reichen jenen falschen Eindruck, falls sie dazu privilegiert sind, dem Medienkonsumenten weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ganze Welt (ausser vielleicht den 14&#8217;000 bei SpaceX auf der StarBase Besch\u00e4ftigten&#8230;) schien bis am 13. 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