{"id":16755,"date":"2024-07-20T16:19:09","date_gmt":"2024-07-20T15:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/?p=16755"},"modified":"2024-08-20T09:54:19","modified_gmt":"2024-08-20T08:54:19","slug":"weltraumberichterstattung-ein-evergreen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschehen\/2024\/07\/weltraumberichterstattung-ein-evergreen\/","title":{"rendered":"Weltraumberichterstattung, ein Evergreen"},"content":{"rendered":"<p>Die Unzufriedenheit eines gr\u00fcndlich fernsehenden Zuschauers mit einer nach seinem Urteil dilettantischen Erinnerungssendung an die erste Mondlandung Apollo 11 in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 hat mich k\u00fcrzlich wieder einmal dazu verleitet, einiges klarzustellen. Ich hatte das historische Ereignis n\u00e4mlich als Kommentator im Schweizer Fernsehen im besten Alter von 25 Jahren gr\u00fcndlich vorbereitet als ETH-Doktorand mit heute unbeschreiblichem Publikumserfolg \u00fcber die B\u00fchne gebracht.<br \/>\nMein Mail an den total entt\u00e4uschten Zuschauer habe ich dann weiterverarbeitet zu dieser Webseite auf meiner Homepage f\u00fcr alle, die es genau wissen wollen.<\/p>\n<p>Zu meiner fr\u00fchen Fernsehzeit ab 1968 war noch vieles von Zuf\u00e4llen gepr\u00e4gt, denn das Schweizer Fernsehen war erst 15 Jahre alt. Apollo 8 bis 11 wurde noch von verschiedenen Regisseuren geleitet und von diversen Moderatoren gef\u00fchrt. Erst Walter Klapper (1932-2015) wurde ab Apollo 12 (November 1969) nach Streit zwischen Regisseur Kuhn und dem damaligen TV-Wissenschaftsdirektor Dr. Eduard St\u00e4uble bei Apollo 11 in der ber\u00fchmten &#8222;Mondnacht&#8220; w\u00e4hrend Jahren zum immer erfahreneren Apollo-Regisseur. Walter Klapper war auch interessiert am Thema, und hatte dank Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Showbusiness in aller Welt gesehen, welche Chancen beim Publikum in diesen Mondfl\u00fcgen steckten. Wir erg\u00e4nzten uns auch mit gegenseitigen Inspirationen, wie die Sendungen mit mir im Studio optimal gestaltet werden konnten. Er war der unerm\u00fcdliche Schaffer, der zusammen mit mir immer wusste, wie Archivmaterial korrekt eingebaut werden musste oder was man nach dem Abschluss einer Mondmission l\u00f6schen konnte und was sich zur Aufzeichnung lohnte. Seine Vorg\u00e4nger hatten dabei noch massiv ges\u00fcndigt, wenn nicht gerade der fr\u00fche Zustand der TV-Technik schuld war, dass etwas verloren ging. Dabei ist zu beachten, dass eine st\u00fcndige Sendung ein Ampex-Band von der Gr\u00f6sse eines Emmentaler-K\u00e4selaibs 4000 Franken kostete und man sich jedes Mal \u00fcberlegen musste, was sich zu archivieren lohnte. F\u00fcr die meist wissenschafts-unkundigen und daher oft technik-feindlichen &#8222;Poeten&#8220; war das immer nur Sport, Unterhaltung und Krimis. <\/p>\n<p>Erst ab etwa Apollo 14 (1971) war ich bei diesen Entscheiden immer mehr einbezogen und Klapper und ich schlugen zumindest vor, was aufgezeichnet werden sollte. Bis dahin gab es nur (von Zuschauern aufgenommenes) Audio, bestenfalls Super-8 oder dann 16mm-Film ab Bildschirm, was sich aber nur wohlhabende Zuschauer leisten konnten. Von Zuschauern kamen dann ganz seltene Trouvaillen aus der fr\u00fchen TV-Zeit gelegentlich zur\u00fcck zu mir und wurden von dort ab etwa dem Jahr 2000 von Videob\u00e4ndern in diversen Formaten einheitlich digitalisiert, zusammen mit isolierten 16mm-Sequenzen aus dem Studio oder TV-Archiv als Beta-Max oder gar Ampex-2-Zoll-Profi-B\u00e4ndern. Immer ganz abenteuerlich auf dem buchst\u00e4blichen Latrinenweg zusammen mit Klapper! Einerseits wussten oft nur Walter und ich, was wo war oder wie dies in moderne Formate \u00fcberspielt werden konnte. <\/p>\n<p>Andere hatten, ausser vielleicht bei der Tagesschau, \u00fcberhaupt kein Interesse, Archivmaterial zum Thema Mond zu erhalten oder gar bei Wiederholungen auszustrahlen. So kam es allerdings auch, dass bei wichtigen Jubil\u00e4en nur die vordersten B\u00e4nder in den Schubladen zum x-ten Mal &#8222;gefunden&#8220; wurden, und das war nur immer Apollo 11 schwarzweiss oder musste sogar erneut angefordert werden von Eurovision oder NASA. Farbige NASA-16mm-Filme direkt vom Mond (konnten naturgem\u00e4ss nie live sein, waren aber das Beste, was es \u00fcberhaupt gab) waren fast ausnahmslos nur in meinen Sendungen oder sp\u00e4ter meinen CD\/DVD-Lexika zu sehen. Farbige Live-TV-Sendungen aus dem Studio gab es (weil es bei Apollo 13 nicht zur Landung kam) erst ab Apollo 14, 15, 16 und 17 (Dezember 1972), aber das bekamen Zuschauer \u00fcber Jahre fast nur ausf\u00fchrlicher zu sehen, wenn ich das Material f\u00fcr meine eigenen Sendungen hervorholte. Also z.B. in den beliebten Zusammenfassungen jeweils eine Woche nach jeder Mission, die von Apollo 14, 15 und 17 auf einem Band erhalten blieben, dessen Nummer ich wie meinen Augapfel h\u00fctete. Einzig die Original-Zusammenfassung von Apollo 16, die nach einem heissen und allseits ersch\u00f6pfenden Arbeitstag gel\u00f6scht wurde, weil man noch gar nicht wusste, dass es mit Apollo 17 pl\u00f6tzlich die allerletzte Mondmission sein w\u00fcrde, die man dann freilich als erhaltenswert betrachtete. So stand es mir z.B. f\u00fcr die ZDF\/ORF\/SRG-Eurovisions-Sendung beim 10j\u00e4hrigen Apollo-11-Jubil\u00e4um 1979 zur Verf\u00fcgung. Bei dieser war dann bereits der Schweizer Astronautenkandidat Claude Nicollier als Gast dabei! Diese Sendung brachte uns und mir viele Freunde und Millionen von Zuschauern auch in Osteuropa, die das Material vom Mond z.T. noch gar nie gesehen hatten!<\/p>\n<p>Heute weiss auf Fernsehredaktionen \u00fcberhaupt kaum mehr jemand Bescheid, und man kommt sich als Zuschauer oder erst recht als einstiger Moderautor oder Kommentator v\u00f6llig bl\u00f6d vor, wenn man alles noch genau weiss und nicht wie junge Redaktoren nie wusste, nie verstand &#8211; oder vergessen hatte. Auch nicht, dass alles ganz besonders erhaltenswerte auch auf meinen DVD-Lexika in 90% Studioqualit\u00e4t zu finden war &#8211; und nur ganz wenig komprimiert, so, wie es \u00e4ltere Zuschauer in Erinnerung hatten!<\/p>\n<p>Charles Raedersdorf als bew\u00e4hrter Moderator war von Apollo 11 an bis zur letzten Mission 17 dabei, dann bei Skylab 1-4 und Apollo-Sojus bis 1975. Mit diesem gut harmonierenden Trio wurden das die erfolgreichsten Weltraum-Livesendungen, die auch gegen\u00fcber der deutschsprachigen Konkurrenz aus dem Ausland bestehen konnte. Sp\u00e4ter gab es mit mir noch das 16-teilige <strong>Neues aus dem Weltraum<\/strong> (1975\/76) zusammen mit Assistentin Regula, jeweils 25 Minuten ab 19 Uhr bis zur Werbung vor der Tagesschau. Sp\u00e4ter wieder Space Shuttle (solo Moderation und Kommentar!) 1981-1986 und viermal aus den USA mit Astronaut Nicollier 1992-1999, meist mit Peter Lippuner (MTW) oder dann auf dem Privatfernsehen &#8211; oder dem europ. Kanal 3SAT mit der Sendung &#8222;Berg und Geist&#8220;. Zuschauer sahen mich nochmals als ersten Gast (mit meinen jungen S\u00f6hnen&#8230;) im 3. Jahrtausend bei der Milleniumssendung am 31.12.1999 nach Mitternacht&#8230;<\/p>\n<p>Bei \u00ab50 Jahre Apollo 11\u00bb hatte mich Eva Wannenmacher im Juli 2009 nochmals auf den Bildschirm geholt und dann auch noch Dani von Wattenwyl, vielleicht zum letzten Mal \u00fcberhaupt, 2012 auf Tele Basel &#8211; beides ganz erfreulich erinnerungsw\u00fcrdig!<\/p>\n<p>Wer \u00fcber alle Jahre noch umfassendere Weltraumberichterstattung suchte, kam beim Goldauer Herbstvortrag ab etwa 2002 auf seine Rechnung, und das zumindest bis 2024:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/vortrageupcoming\/2023\/11\/goldauer-herbstvortrag-am-8-november-2024\/\"><strong>http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/vortrageupcoming\/2023\/11\/goldauer-herbstvortrag-am-8-november-2024\/<\/strong><\/a><br \/>\nAls Print in der Weltwoche, DIE OSTSCHWEIZ, und v.a. im Aviatikermagazin COCKPIT 2004-2022, St.Galler Tagblatt, den Berner Zeitungen u.v.m.<br \/>\nEs war nicht immer so leicht, frei von der Leber weg &#8211; wie in den fr\u00fchen Jahren &#8211; sprechen zu d\u00fcrfen, mal auch positiv \u00fcber die Russische Raumfahrt oder dann in den letzten Jahren auch mal negativ \u00fcber NASA, aber es hat sich bald \u00fcber 60 Jahre gelohnt, seiner Linie und der Bewunderung der Elite von Raumfahrtpionieren von Wernher von Braun, Sergei Koroljow bis zu Elon Musk treu zu bleiben. Oder auch Dilettantismus beim Namen zu nennen&#8230;<\/p>\n<p>Nicht erst in dieser Zusammenfassung &#8211; schon fr\u00fcher ist das Drama \u00fcber die Schweizer &#8222;TV-Kultur&#8220; Thema auf meiner Homepage erst auf Anregung von treuen Zuschauern Thema geworden:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschesen\/2017\/08\/eine-zuschauerfrage-ab-wann-wurde-in-der-schweiz-tv-farbig-gesendet\/\"><strong>http:\/\/stanek.ch\/wordpress\/weltgeschesen\/2017\/08\/eine-zuschauerfrage-ab-wann-wurde-in-der-schweiz-tv-farbig-gesendet\/<\/strong><\/a><br \/>\nIhnen allen erschien es noch viel bedauerlicher, wenn es immer wieder nur totale Unkenntnis war, welche daf\u00fcr sorgte, dass wirklich Weltraum-interessierten Zeitgenossen das nachweisbar faszinierendste Thema nur verf\u00e4lscht n\u00e4hergebracht wurde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unzufriedenheit eines gr\u00fcndlich fernsehenden Zuschauers mit einer nach seinem Urteil dilettantischen Erinnerungssendung an die erste Mondlandung Apollo 11 in der Nacht vom 20. auf den 21. 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